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"Das Glück trennt die Menschen,
aber das Leid macht sie zu Brüdern"

Rosegger

 



- Die Helden der Pfarrei Neukirchen -
 
 

Ein Denkmal in der Pfarrkirche Neukirchen
trägt die Namen der 56 Gefallenen von 1705
aus der Pfarrei Neukirchen

 

 

Das Oberländer Denkmal

Am 18. Dezember 1905 gründete man den "Denkmalverein Neukirchen", der als Aufgabe die Errichtung eines Denkmals für die 56 Toten aus der Urpfarrei Neukirchen in der Sendlinger Mordweihnacht sah.
D
as Denkmal ist in der westlichen Bogenniesche der Vorhalle an der Pfarrkirche Neukirchen aufgestellt. Es ist zirka 1,80 m breit und 3,15 m hoch und aus poliertem roten Ruhpoldinger Marmor.

Die Einweihung und Enthüllung des Denkmals fand am 6. August 1911 statt. Etwa 130 Vereine und Abordnungen nahmen daran teil. An den insgesamt 3 Festtagen strömte eine vorher noch nie gesehene Zahl von Gästen nach Neukirchen - die Chronik berichtet vom Festsonntag: "mäßige Schätzungen berichten von bis zu 5.000 Besuchern . . . "

Mehr zum Oberländer Denkmal


Die Namen der Gefallenen

Schmiedbalthes Riesenberger von Bach

Feller Georg
Rieder Georg
Göttfried Balthasar
Ignaz . . .
Paulus Andreas
Seestaller Georg
Dollinger Anton
Pichlmayer Valentin
Pötzinger Georg
Pötzinger Vitus
Schwaiger Dionys
Lechner Georg
mit seinen zwei Söhnen
Lechner Hans u.
Lechner Georg
Kerndl Mathias
Gasteiger Mathias
Paulus Dionys
Fries Hans
Huber Balthasar
Marold Balthasar
Pischl Kaspar
Riedlechner Wolfgang
Hirsch Balthasar
Hallmannsöcker Georg
Waldleitner Franz
Reiserer Quirin
Spögberger Simon

Bach
     "
Holzolling
     "
     "
     "
Naring
     "
     "
     "
     "
Großseeham
     
     "
     "
     "
Kl. Seeham
     "
Fentbach
     "
     "
Sonderdilching
     "
Haus
Esterndorf
Vorderöd
Hinteröd
Bruck

 

Höfel Bernhard
Haltmayr Urban
Hinterhuber Hans
Hoffmayr Adam
Pachmayr Gregor
Gruber Georg
Jblaker August
Jelmichel Ulrich
Mayr Sixtus
Disl Stefan
Hansch Wolfgang
Schapperer Jakob
Hoffmayr Wolfgang
Hagn Paul
Pämmer Josef
Schnaitl Michael
Pämmer Hans
Seestaller Georg
Lichtenfurtner Markus
Kellerer Paul
Hinterhuber Sebastian
Rieder Balthasar
Kogler Balthasar
Marksteiner Kaspar
Frey Hans
Eder Andre
Schliersmayr Ägid
Kirschenhofer Kaspar 

Thalham
     "
     "
     "
     "
Stürzlham
     "
     "
     " 60 Jahre alt
Gr. Pienzenau
     "
     "
Kl. Pienzenau
Wattersdorf
     "
     "
Reinthal
Seiding
Ainhaus
Grainholz
Pfisterer
Reichersdorf
Kogl
Markstein
Ponlehen
Ponleiten
Gotzing
Wildenbichl

* * *
 

Aber nicht nur Tote hatte die Pfarrei Neukirchen zu beklagen.
Zahlreiche Verwundete und Gefangene kehrten nach und nach zu ihren Familien zurück.
 
 

Das Schicksal Einzelner beschreibt der Heimatforscher
Lehrer Josef Brunhuber folgendermaßen:

Verwundet gefangen lagen in den Spitälern der Hanschenbauer „Wolf Werndtl“, dann „Joseph Göpfering, Sebastian Viechtenhouer, Wolf Lochentl (Kistler) anstatt dessen Vater, Dionysi anstatt des Kagers zu Hochzolling; (vielleicht Jäger“).

Erst 20 Jahre alt, sank Balthasar Hirsch vom Hauser in Haus ins Grab; von Vorderöd fiel der ledige Franziskus Waldleitner.
Quirin Reiserer von Hinteröd war gefangen worden, am 4. Januar 1706 erlag er seinen Wunden im Heilig-Geist-Spital zu München, am 26. März 1706 wurde ihm eine Tochter Maria nachgeboren, seine Witwe Maria ehelichte am 5. Juli 1706 den Johann Ableitner von Unterlaindern.
Von der Naring erlag der Grafenhäusler (Sattler) Anton Dollinger, seine Witwe, die Anna Dollin, verehlichte sich am 23. März 1707 an Johann Schäffmann von Wackersberg.  
Auch der Sohn des Oedtalers, Vitus Pözinger und der Fischerssohn Valentin Pichlmaier fielen.
Nicht mehr zurückgekehrt ist auch Dionys Schwaiger. Seine Witib Anna verheiratete sich am 17. Januar 1707 an Thomas Neuhauser von Holzolling.
Verwundet und gefangen wurde der Untermüller Josef Obermayer und Sebastian Kaltner.
Georg Halmansecker von Esterndorf lag unter den Toten.
Georg Steininger, Stoffl (?) von Esterndorf und der Martlsöldner (?) Martin Aureither wurden verwundet unter den Leichen herausgezogen, auf Karren in die Stadt geschleppt, dort bei der größten Winterkälte auf den Straßen zur Abschreckung liegen gelassen und erst später als Gefangene den Spitälern übergeben.

Aus dem engen Kreis unserer Hofmark sind 13 Männer für die Freiheit des Vaterlandes in den Tod gegangen, 9 Männer ertrugen Wunden und Gefangenschaft aus Liebe zu ihrer Heimat; die ganze Pfarrei Neukirchen zählte 56 Tote und 26 Gefangene.

Auszug aus:
"Josef Brunhubers Hofmark Holzolling"
in einer Nachbearbeitung von Josef Hatzl und Dr. Katja Klee,
erschienen im Dezember 2003.
Eigenverlag Gemeinde Weyarn    ISBN 3-937425-01-2

 

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