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"Liaber boarisch sterbn
als in des Kaisers Unfug verderben!"


 Zum 300-jährigen Gedächtnis
an den Aufstand der Ober- und Unterländer Bauern
in  der Sendlinger Mordweihnacht 1705 
kommt das historische Theaterstück

"Ums heilige Landl"

an Weihnachten 2015 wieder zur Aufführung.
 

Die Darsteller der Theatergruppe Neukirchen
zeigen das Theater traditionell  alle 10 Jahre.

 

Die Uraufführung des Stückes war am 20. Juli 1957, anläßlich des 50-jährigen
Gründungsjubiläums des Veteranen- und Kriegervereinsvereins Neukirchen.

Heimatschriftsteller Lorenz Strobl hat die Geschichte
um den sagenumwobenen Schmied Balthasar Riesenberger
und seine Gefolgsleute zu Papier gebracht.

 

Hier eine kurze Zusammenfassung - unterlegt mit Szenenbildern der Uraufführung.

 

Unser Held Balthasar Riesenberger entstammte einem Holzollinger Schmiedegeschlecht. 1695 heiratete er Anna Mayrin von Bach. Dort übte er das Schmiedehandwerk aus.

 

 

Als München von österreichischen Soldaten besetzt wurde und die Truppen des Sachsen-Meiningschen Regimentes in der Grafschaft Valley lagerten war das Volk seinem Feinde ausgeliefert. Zu den schon in Friedenszeiten sehr großen Steuerlasten kamen Kriegssteuern und Abgaben.

Als im Juli 1705 vorerst 3000 Mann für die österreichischen Regimenter ausgehoben werden sollten ging der Ruf durchs Land:

"Lieber bayrisch Sterbn
als in des Kaisers Unfug verderben".

Unvermutet kamen 200 Bauern vor das Pflegeschloß Valley, um die Steuern zurückzufordern, da sie den Kaiser nicht als ihren Herrn akzeptieren wollten. Sie gruppierten sich um Pfleger Alram, um nach München zu ziehen und die Österreicher zu vertreiben.

Am Dienstag, den 22. Dezember 1705 brachen 400 Valleyer, darunter viele Angehörige der Pfarrei Neukirchen, auf nach Schäftlarn. Dort wurden sie Gemeindeweise geordnet.

Am Donnerstag standen sie in Thalkirchen und Nachts um 12 Uhr besetzten sie den roten Turm an der Isar. Bei Nacht wurde ein Angriff gegen die Mauern der Stadt unternommen, der jedoch blutig zurückgeschlagen wurde.

Von allen Seiten angegriffen unterlagen die, nur mit Sensen und Dreschflegeln bewaffneten Bauern. Die meisten wurden niedergemetzelt, viele gefangen, nur wenige entkamen. Abgehetzt, den Todesschrecken im Angesichte, kamen einige Flüchtlinge in ihre Dörfer zurück. Ein Schrei unsagbaren Schmerzes drang von Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf.

In der Sterbematrikel der Pfarrei Neukirchen steht unser Held,
Balthasar Riesenberger, inmitten der 56 Gefallenen der Pfarrei Neukirchen.

 

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